2008
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Montag, 5.02.2007 |
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Geschichte einer Schülerhasserin |
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Altena. Kann die Schule ein Kind und seine Eltern in den Wahnsinn treiben? Bei Sinan war dies so. Eine inkompetente Klassenlehrerin - und eine Schule, die diesen Namen nicht verdient - machte aus einem intelligenten, talentierten Sprössling einen depressiven, verhaltensauffälligen Jungen.
Von Daniel Mertens
Klaus Brodersen hat das bei seinem Adoptivkind Sinan miterlebt. Im Buch "Die Schülerhasserin" verarbeitete er seine Erfahrungen. Jetzt las er daraus in der Stadtbücherei.
"Das Buch handelt von dem negativen Beginn der Grundschulzeit meines Sohnes Sinan", so der Autor. Bei seiner Einschulung bekam er "eine junge, unfähige Lehrerin ohne pädagogische Kompetenzen". Die ersten bedenklichen Vorfälle gab es schon bei der Einschulung: "Für die Klasse 1b wurden nur Kinder mit ausländischem Namen aufgerufen. Und ganz am Schluss auch Sinan. Die Klasse 1a hingegen wurde nur aus deutschen Kindern gebildet." Brodersen weist zugleich darauf hin, dass "ich und meine Frau nichts gegen Ausländer haben, aber komisch war das schon, dass die Klassen nach ethnischer Herkunft aufgeteilt wurden".
Der Autor hat in seinem Buch alle Namen anonymisiert. Auch Brodersens Name selbst ist ein Pseudonym. Nicht ohne Grund: In seinem Buch nimmt der Journalist kein Blatt vor den Mund. "Natürlich habe ich an der einen oder anderen Stelle auch bewusst überzogen", räumt der Autor ein. Und er legt Wert auf die Feststellung, dass ich "Lehrer nicht generell kritisiere. Ich schildere nur einen Fall." Nach Veröffentlichung des Buches hörte er ähnliche Geschichten von anderen Eltern, die ihre Kinder auf diese Schule schick(t)en.
Der Grundschullehrerin hat er in seinem Buch nicht ohne Grund den Namen "Frau Döselig" verpasst. "Sie machte Sinan vor der ganzen Klasse lächerlich. So forderte sie die Klasse auf, ihn auszulachen, wenn er an der Tafel Zahlen oder Buchstaben falsch schrieb.
Sinan wurde durch das Verhalten seiner Lehrerin in seiner Klasse isoliert. Eine Tages warfen seine "Klassenkameraden" gar mit Lehmbällen gegen sein Elternhaus.
Da Sinan irgendwann als "unbeschulbar" galt, leitete die Schule ein AOSF-Verfahren ein. Sinan sollte auf eine Sonderschule. Doch nach den ersten Stunden an der neuen Schule kam sein Sohn begeistert nach Hause: "Da will ich hin!" Die Lehrer dort gaben dem Sohn den Spaß am Lernen zurück. "Sinan ist gerettet", so der Vater.
Klaus Brodersen wurde in Bremen geboren und wohnt heute im Rheinland und arbeitet als Journalist. Der Text für das Buch ging ihm flott von der Hand: "Das hatte ich in 14 Tagen erstellt." In seiner Heimatstadt sorgte das Werk für erheblichen Wirbel. Das Schulverwaltungsamt drohte ihm sogar mit Rechtsmitteln.
Klaus Brodersen: "Die Schülerhasserin". Schweitzerhaus-Verlag. 12,50 Euro.




